Das Rudemsmännchen,
Das Rudemsmännchen-Denkmal an der Salmbrücke in Klüsserath
Ein sagenumwobener Waldgeist

Vor langer Zeit stritten die Gemeinden Klüsserath und Thörnich um den Verlauf der Gemarkungsgrenzen auf dem Distrikt „Rudem“. Keine der Parteien wollte nachgeben und so ordnete das Gericht schließlich einen Ortstermin an, in dem Klarheit geschaffen werden sollte. Einer der Parteien-Vertreter hielt sich für besonders schlau und glaubte, den Richter mit einer List überzeugen zu können.

Er steckte einen Schöpflöffel unter seinen Hut und streute sich ein paar Krümmel Boden von seiner Gemarkung in die Schuhe. So ausgerüstet, erschien er zum Ortstermin. Er stellte sich auf den strittigen Gemarkungsteil, hob die Hand zum Schwur und beteuerte: So wahr der Schöpfer über meinem Haupte, stehe ich auf unserem Grund und Boden!

Ob diese List erfolgreich war, hat der Volksmund nicht überliefert. Doch sein unrechtes Tun ließ den Bösewicht auch nach seinem Tod nicht zur Ruhe kommen. Angeblich spukt er noch heute als Waldgeist auf dem Rudemsberg herum. Und wenn dort unliebsame oder seltsame Dinge geschehen, muss er des öfteren den Kopf dafür hinhalten. Es ist sein bitteres Los, dass ihn im Laufe der Zeit die Sünden anderer,  die ihm in die Schuhe geschoben wurden, mehr drücken als seinerzeit die paar Erdkrumen. So wurde aus dem Bösewicht schließlich  ein Klüsserather Original, nämlich das Rudemsmännchen.

Anmerkung:
Es gibt verschiedene Darstellungen der Geschichte. Der Autor war so frei, eine Version nach seinem Geschmack zu formulieren. Eine andere, sehr originelle Darstellung findest du im Kommentar von Norbert Illigen.

Norbert Illigen bei seinem Vortrag während der Einweihung des Rudemsmännchen-Denkmals im Jahre 1985 (siehe nachfolgenden Kommentar)
Norbert Illigen bei seinem Vortrag während der Einweihung des Rudemsmännchen-Denkmals im Jahre 1985 (siehe Kommentar)
Das Rudemsmännchen in Klüsserath
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Ein Kommentar zu „Das Rudemsmännchen in Klüsserath

  • 07.07.2016 um 15:32
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    Viele Jahre habe ich die Figur des Rudemsmännchens an Karneval in der Bütt vertreten.
    Bei der Einweihung der Statue habe ich ein letztes Mal einen kleinen Vortrag vorgetragen.

    Endlech-endlech Gott sei Donk,
    wei stät en elo, so scheen un schlonk
    un dat os eweikä Witz,
    meinen lang asehnten Olterssitz.

    Seit e poor hunnert Johren hon ech mech
    erum getriewen hei om Rudemsbesch.
    DeLeit geärjat wo ech konnt
    monechmol ging et gonz scheen rund.
    Jung wat hon ech monesch Fouer umgekippt
    Frahleit aschräckt, wat sen se gesippt,
    vielen hon ech wat e Fluch,
    ausgesoff de Viez om Ädemskruch.
    Wenn et Hei wor schlomp geloden
    om aalen Koadel sen se newenon geroden,
    wenn beim Kiehheiiden de Bless wor deck,
    oder eenen hat off da Baya mot de Kromparen kä Gleck.
    de Bunnes wor on de Bach gefaal
    fia olles hon ech här gehahl
    Unwäda, Harel oda ze wenech Reen
    de Fruscht om Reister wor net scheen
    so e scheiß Johr wo gor neißt Fluppt
    olles hot ma mia on de Schoun geschuppt.

    Dir weßt jo,olles nur
    wähnt eenem kleenen folschem Schwur.
    Dofier hängt off mir so lang dä Fluch
    eich hat mot meinem helzenen Pluch
    em aanarem Bouer on da Dämareck
    en gout Faatz ofgefoa von seinem Steck
    en hot och noch dovon geschwaat
    de Märken hät ech hiem vasaat.
    mußt dän dan, kann ech nommen soohn
    fia dei poor Fiacha bei de Kadi goohn?

    En Ortster min off em Berech oaffgehaal
    sollt Klorhät brängen on däm Faal
    Mot recht goudem Mout
    un em Schepper enner meinem Hout
    Bodem on de Schounen ous meinem Steck,
    so sen ech dann do ohngereckt.
    Eich mußt elo owen schweeren,
    aal die do wohren konnten’t heeren
    eich schwor o meinem oller besten Loden.
    So war der Schöpfer über mir, steh ich auf eigenem Boden.

    O, wat en Schweinerei,
    nur wänt so a kleena Mogelei
    mußt ech unsichtbor als Iwertszwerch
    so lang hausen hei om Rudemsberch
    Äwa jet Märchen wat ihr käänt
    hot jo och en Happyänt
    mot däm herumgeisteren os et ewei genuch
    alöst sen ech von diesem Fluch.
    Wei kann ech meinen Rucksaack holtaren
    un hei on Frieden oltaren.

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