Sparkasse Trier
Sparkasse Trier schließt Filialen
Nun ist die Katze aus dem Sack: Die Sparkasse Trier schließt zum 30.9.2016 23 Filialen. Davon betroffen ist auch die Filiale Klüsserath samt Geldautomat und SB-Terminal. Die Ortsgemeinde Klüsserath verliert damit einen weiteren wichtigen  Standort-Faktor.

Begründet werden die Schließungspläne laut TV einerseits mit einer deutlichen Abnahme persönlicher Kundenbesuche in den Filialen infolge von Online-Banking und andererseits mit erwarteten Gewinneinbußen durch die Niedrig-Zins-Politik der EZB. Zu Letzterem wurden Zahlen bisher nicht veröffentlicht.

Die Streichliste, die der Verwaltungsrat der Sparkasse am 29.4. beschlossen hat, umfasst insgesamt 23 Filialen, davon allein 18 im Landkreis Trier-Saarburg. In 7 der betroffenen Gemeinden sollen Geldautomaten erhalten bleiben. Ursprünglich sollte das nur in 4 Orten der Fall sein. Dieses Vorhaben wurde wohl in letzter Minute geändert. Die Gründe, die dem Verwaltungsrat Anlass dazu gaben, werden nicht genannt. Vorstellbar ist jedenfalls, dass politische Kräfte erfolgreich interveniert haben.

So wie es aussieht, gibt es in Klüsserath künftig weder eine Sparkassenfiliale noch einen Geldautomaten. Mindestens nach Trittenheim oder Leiwen führt dann der Weg Klüsserather Sparkassenkunden, wenn sie Bankgeschäfte persönlich abwickeln oder Bargeld abheben möchten oder Konto-Auszüge benötigen.

Die Sparkasse Trier ist das mit Abstand größte Kreditinstitut in der Region. Laut TV betrug die Bilanzsumme  im Geschäftsjahr 2015 4,13 Milliarden Euro und die operativen Gewinne in den vergangenen Jahren mehr als 30 Millionen per anno, also pro Jahr.

Mit rd. 3,1 Mio Euro hat die Sparkasse Trier lt. TV-Mitteilung vom 3.5.2016 im Jahre 2015 mit Spenden und Sponsoring Projekte, Vereine und Organisationen unterstützt. Diese Gelder sollen künftig ebenfalls reduziert werden. In welchem Maße, bleibt dahingestellt.

Durch die Filialschließungen sollen jährliche Einsparungen von rd. 1,2 Mio Euro erzielt werden.

Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse Trier ist Landrat Günther Schartz (CDU). Er ist der Meinung, die Sparkasse sei  in erster Linie ein Wirtschaftsunternehmen. Das mag so sein. Richtig ist aber auch, dass es sich hierbei um eine Einrichtung kommunaler Träger handelt, nämlich der Stadt Trier und des Landkreises Trier-Saarburg. Somit haben die mehrheitlich im Verwaltungsrat vertretenen kommunalen Vertreter bei ihren Entscheidungen nicht nur kaufmännische Gesichtspunkte, sondern auch Aspekte gemeindlicher Infrastruktur und  öffentlicher Daseinsvorsorge abzuwägen.

Sollte der Beschluss des Verwaltungsrates  umgesetzt werden, leidet darunter die Attraktivität der betroffenen Gemeinden als Wohnplatz und Gewerbestandort. Auch die Nachteile für Kunden der Sparkasse aus diesen Gemeinden liegen auf der Hand. Am ärgsten trifft es jene, die künftig keinen Geldautomaten vor Ort zur Verfügung haben und nicht mobil sind. Dazu zählen erfahrungsgemäß überwiegend alte, kranke und arme Menschen.

Man kann nur hoffen, dass alle diese Aspekte bei der Entscheidungsfindung verantwortungsvoll bedacht und abgewogen wurden. Angesichts der Bilanzzahlen und des Spendenbutgets der Sparkasse einerseits, und des angestrebten Einsparpotentials andererseits, fällt es schwer, dies zu glauben.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, was haltet ihr von den in Klüsserath geplanten Schließungen? Sollte nicht alles Mögliche unternommen werden, um wenigstens einen Geldautomaten zu behalten? Was schlagt ihr vor?

 

Sparkasse Trier schließt Filiale Klüsserath
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