Wald der toten Jäger heißt mein neuer Kriminalroman. Er spielt unter Jägern, Winzern und Bauern

Jäger
Herbstwald in Klüsserath

in einem Ort namens Klüssert an der Mosel. ‚Held’ der Geschichte ist der Reporter Hannes Schreiber. Der altgediente Magazin-Journalist freut sich auf ein Sabbat-Jahr in seiner Jagdhütte an der Mosel. Doch als bei einer Jagd im Nachbarrevier der Chef einer einflussreichen Unternehmerfamilie tot vom Hochsitz fällt, gerät der Reporter unter Mordverdacht. Die Kugel, die den Clan-Chef getroffen hat, soll aus Schreibers Büchse stammen. Um seine Unschuld zu beweisen, ermittelt der Reporter in eigener Sache. Mirja Thelen, eine ehrgeizige junge Journalistin aus Trier, folgt einer anderen Fährte. Mehr gegen- als miteinander recherchieren sie zwischen ‚Trotthem’ und Trier. Als noch zwei weitere Leichen im „Wald der toten Jäger“ auftauchen, wird es für beide eng.

Soweit zum Inhalt. Mehr wird nicht verraten. Es ist schließlich ein Krimi. Mein sechster übrigens. Bekannt geworden bin ich in den 1980er-Jahren mit Krimis, die im Ruhrpott spielten, genauer gesagt in meiner Heimatstadt Bochum, wo ich noch immer wohne.

Zur Jagd gekommen bin ich durch meinen Beruf.  Anfang der Neunziger Jahre wollte der STERN-Chefredakteur von mir eine Reportage über die Jagd als solche. Ich hatte keine Ahnung. Also habe ich mich in einen Jungjägerkurs gesetzt, die Jägerprüfung abgelegt und dann darüber geschrieben.

So mache ich es auch mit meinen Büchern. Ich bin ein pingeliger Rechercheur. Wenn ich meinen Hannes Schreiber zum Beispiel in den Trierer Polizeigewahrsam stecke, muss ich wissen, wie es dort aussieht und zugeht. Also habe ich dem Pressesprecher der Trierer Polizei gesagt: „Entweder Sie zeigen mir Ihren Knast freiwillig oder ich randaliere vorm Präsidium, bis Sie mich reinstecken.“ Die Beamten waren sehr hilfsbereit und haben mir alles gezeigt. Aber es ist kein schöner Ort. Man sollte ihn möglichst meiden.

An der Mosel jage ich nun schon seit mehr als zehn Jahren. Küsserath ist mir sehr ans Herz gewachsen. Inzwischen verstehe ich sogar die Moselaner Mundart. Nur sprechen kann ich sie nicht. Und schreiben auch nicht. Weil zwei Figuren in meinem Krimi Moselfränkisch reden sollten, stand ich deshalb vor einem Problem. Bernhard Kirsten vom Weingut an der Salmbrücke hat mir geholfen, es zu lösen. Wir sind die Dialoge durchgegangen und er hat sie ins Moselfränkische übersetzt. Ich habe die Mundart anschließend allerdings wieder etwas entschärft, damit auch Nicht-Moselaner sie verstehen können. Wer weiß im Rest der Republik schon, was „annischta“ bedeutet? Herausgekommen ist ein Kompromiss, mit dem hoffentlich alle leben können. Auch Nicht-Jäger.

„Um dieses Buch zu lesen und gut zu finden, muss man kein Jagdfan sein“, schreibt Elli Radinger im Wolf-Magazin. „Man muss einfach nur gut geschriebene und spannende Krimis mögen.“ Frau Radinger ist Tierschützerin.

Wald der toten Jäger
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